Große Resonanz auf SPD-Podiumsdiskussion „Osnabrück im Krisenmodus?!“

Die SPD Osnabrück hatte am Montag zu einem „Osnabrücker Abend“ in den Grünen Jäger eingeladen, bei der die aktuellen Sorgen und Nöte rund um steigende Energiepreise, die Inflation und bezahlbares Wohnen im Mittelpunkt der Diskussion standen.

Die SPD Osnabrück hatte am Montag zu einem „Osnabrücker Abend“ in den Grünen Jäger eingeladen, bei der die aktuellen Sorgen und Nöte rund um steigende Energiepreise, die Inflation und bezahlbares Wohnen im Mittelpunkt der Diskussion standen. Der Osnabrücker Bundestagsabgeordnete Manuel Gava leitete vor den knapp 50 Zuhörenden mit einem Exkurs in die aktuelle Diskussion zu einem dritten Entlastungspaket ein. Rentner, Studenten, Auszubildende und diejenigen, die wenig zum Leben hätten, müssten hier im Mittelpunkt stehen. „Es muss diesmal einen großen Schluck aus der Pulle geben. Zudem müssen wir die Gasumlage abschaffen. Es dürfen nicht diejenigen von einer Umlage profitieren, die in der Krise Milliarden verdienen“, machte Gava klar.

Im weiteren Verlauf leitete er gemeinsam mit seiner Osnabrücker SPD-Co-Vorsitzenden Melora Felsch die Diskussion. Auf dem Podium machte Carsten Wanzelius, Geschäftsführer des Mietervereins Osnabrück, klar, dass die eigentlichen Belastungen vielen Menschen erst im kommenden Jahr bewusst würden. „Da rollt ein Riesenproblem auf uns zu“, so Wanzelius. Deshalb müsse die Politik schnell ein Kündigungsmoratorium für Wohnraum beschließen. Unterstützung erhielt er u.a. vom Geschäftsführer der Osnabrücker Diakonie, Friedemann Pannen. „Wir müssen gerade den sozial Schwachen helfen und somit die Gesellschaft zusammenhalten.“ Heike Pape, im Vorstand der Stadt Osnabrück u.a. für Soziales zuständig, ergänzte, dass die derzeitige Energiepreisentwicklung nicht nur die sozial Schwachen betreffe. „Wir müssen auch an die denken, die heute noch knapp über den sozialen Sicherungsnetzen liegen. Diese Menschen wird es auch sehr treffen.“ Nicht ausschließen wollte Pape auf eine Frage aus dem Publikum, dass die Stadt im Fall einer Gasmangellage auch Wärmestuben einrichten könnte. Um dies endgültig zu beurteilen, sei es aber noch zu früh. Im Zweifel habe man in der Pandemie bewiesen, schnell und zielgenau notwendige Strukturen aufbauen zu können.

Tino Schmelzle, seit Kurzem Geschäftsführer der SWO Netz GmbH und damit zuständig für die Gasversorgung in Osnabrück, gab einen Einblick in die aktuelle Versorgungslage. „Wir sehen schon jetzt, dass eine Gasmangellage im Winter droht. Die Gaslieferungen aus Russland sind auf zwanzig Prozent der sonst üblichen Menge gefallen und aus meiner Überzeugung wird Russland auch im Winter nicht einfach wieder mehr Gas liefern.“ Man müsse sich daher auf eine solche Gasmangellage einstellen. In der Stadt Osnabrück gebe es siebzig sogenannte Großkunden mit denen man permanent im Gespräch sei. Im Zweifel müssten diese nach derzeitiger Rechtslage zuerst Gas einsparen und da sei eine frühzeitige und vertrauensvolle Kommunikation untereinander wichtig. „Ganz klar Vorrang bei der Gasversorgung haben Wohnraum, Krankenhäuser, Schulen, Kitas und soziale Einrichtungen“, so Schmelzle.