SPD-Kindersprechstunde am Weltkindertag am 20.09.2020

Unter dem Motto „Mitmachen für Kinderrechte“ organisierte der Osnabrücker Verein FOKUS e.V. den diesjährigen Weltkindertag am Sonntag, den 20. September 2020. Der Ortsverein AWI war mit einem SPD-Stand und einer Mitmach-Aktion für Kinder auf dem Platz vor der Stadtwaage vertreten. Wir haben die zehn UNICEF Kinderrechte zum Anlass genommen, um bei den Osnabrücker Kindern nachzufragen: Was sind für Dich persönlich die drei wichtigsten Kinderrechte? Veranschaulicht wurden die Entscheidungen durch bunte Tischtennisbälle, die die Kinder in mit dem jeweiligen Kinderrecht gekennzeichneten Gläser verteilen konnten. Das Ergebnis zeigte eine klare Tendenz: Das Kinderrecht, welches die jungen Teilnehmer*innen am meisten umtrieb, war das Recht auf gewaltfreie Erziehung, dicht gefolgt von dem Recht auf Bildung. An dritter Stelle landete das Recht auf Gesundheit, vor dem Recht auf elterliche Fürsorge. Die Aktion hat gezeigt: Gerade in schwierigen, vielleicht undurchsichtigen Zeiten, wissen Kinder um ihre Rechte und sie wollen und können mitentscheiden, wie sie leben wollen. Auch mit den Eltern kamen wir ins Gespräch und ließen uns von aktuellen Nöten und Sorgen, aber auch von Hoffnungen berichten. Ein weiteres Stimmungsbild ergab unser „Meckerkasten“, in den Eltern ihren Frust und Ärger auf einem SPD-Flyer geschrieben loslassen konnten. Eine mitunter sehr lautstarke Forderung der Osnabrücker Eltern ist die nach einer fahrrad- und damit auch familienfreundlichen Verkehrswende. Auch die Betreuungssituation ihrer Kinder treibt Osnabrücker Väter und Mütter um: Punkte wie eine bessere KiTa-Ausstattung, die Ausweitung des Betreuungsschlüssels, aber auch die Möglichkeit, bei bezahlter Sorgearbeit die Kinder länger zu Hause betreuen zu können, waren nur einige Facetten der regen Diskussionen. Eine Vielzahl an Eltern und auch deren Kinder wünschen sich darüber hinaus eine kinderfreundlichere Stadtkultur mit sauberen und noch mehr Spielplätzen, gerade im Innenstadtbereich. Die Geschichte einer Familie hat uns über alle berechtigten Sorgen und Nöte besonders befasst, weil sie zeigt, wo wir aktiv Stellschrauben drehen können, damit sich etwas verändert: Eine Mutter berichtete uns, dass sie seit nunmehr fünf Jahren versucht, ihren ausländischen Abschluss als Erzieherin in Deutschland anerkennen zu lassen. Obwohl Erzieher*innen händeringend gesucht und geschultes Personal immer knapper wird, verhindern es langwierige und umständliche behördliche Anerkennungsprozesse, dass sie als Mutter, die in Arbeit war und wieder sein will, auch beruflich in Osnabrück ankommt.

Unsere Aktion zum diesjährigen Weltkindertag hat verdeutlicht, was wir selbst als Familienväter- und mütter, die sich politisch engagieren, tagtäglich spüren: Es fehlt an einer kinder- und familiengerechten Stadtpolitik und an einem Verständnis für die konkreten Problemlagen von Sorgearbeiter*innen. Wir hoffen, einigen Osnabrücker Familien heute zu einer Stimme verholfen zu haben.