Regionale Lösungen und spezielle Sprachheilklassen: SPD-Fraktion beschließt Hildesheimer Resolution

Die SPD-Landtagsfraktion hat während der Frühjahrsklausur am Dienstag einstimmig die Hildesheimer Resolution zur Inklusion beschlossen. In dieser bekräftigt die SPD-Fraktion ihre Zielrichtung hin zu einer inklusiven Bildungsgesellschaft, die eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Alltag für Menschen mit und ohne Behinderungen ermöglicht.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Frank Henning begrüßt insbesondere, dass regionale Gegebenheiten und Besonderheiten bei der Umsetzung der Inklusion eine hervorgehobene Rolle spielen werden. „Damit Inklusion gelingt, braucht man Zeit – Inklusion ist eine langfristige Aufgabe und Entscheidungen können und dürfen nicht einfach übers Knie gebrochen werden. Daher ist es wichtig, dass wir auf regionale Besonderheiten achten“, sagte Henning. Auch die SPD-Fraktionsvorsitzende Johanne Modder machte deutlich: „Wir haben während zahlreicher Gespräche und Vor-Ort-Termine während der vergangenen Monate in den Regionen des Landes verschiedene Modelle der Inklusion gesehen und dabei vor allem erlebt, dass der Stand der Umsetzung sehr unterschiedlich ist. Eine Schablone, die man aufs ganze Land legt, wird nicht zielführend sein. Wir wollen ein inklusives Bildungssystem. Das braucht Zeit und gute Rahmenbedingungen.“

 

Die SPD-Fraktion hat sich unter anderem einstimmig dafür ausgesprochen, dass die Grundschulen mit Sprachheilklassen die Basis der Weiterentwicklung im Förderbereich Sprache sein sollen. „Förderschulen mit dem Schwerpunkt Sprache wird damit die Möglichkeit gegeben, sich in eine inklusive Grundschule umzuwandeln und Kinder mit dem Förderbedarf im Bereich Sprache in speziellen Sprachheilklassen zu unterrichten“, kommentierte Frank Henning. „Bestehende Förderschulen können damit zu Grundschulzentren weiterentwickelt werden. Für Osnabrück wäre damit beispielsweise denkbar, die Bergschule und die Waldschule zu einem gemeinsamen Förderzentrum umzuformen. Dieses muss natürlich mit allen Beteiligten vor Ort abgeklärt und von einem intensiven Dialogprozess begleitet werden, aber es wäre eine vorstellbare Entwicklung“, so Henning.

 

Ein weiterer Akzent der Hildesheimer Resolution liegt bei den unterschiedlichen Schwerpunktschulen. Diese können auf Antrag der Schulträger über 2018 hinaus fortgeführt werden. Claus Peter Poppe, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, sagte dazu: „Wir wollen bei der Inklusion weg von einer Schließungsdebatte und hin zu einer regionalen Gestaltungsdebatte. Mit der Hildesheimer Resolution haben wir den Rahmen dafür jetzt geschaffen. Die Novelle des Schulgesetzes, das zum 1. August 2015 in Kraft treten soll, kann jetzt auch bei der inklusiven Bildung vorbereitet werden.“