Bornemann erteilt ehemaligem Stadtbaurat Lehrstunde

Einen Tag nach der ersten Runde in der Osnabrücker Oberbürgermeisterwahl trafen sich Birgit Bornemann und Wolfgang Griesert bei OS1.tv zum direkten Duell. Birgit Bornemann erteilte dem ehemaligen Stadtbaurat dabei eine Lehrstunde in Stadtentwicklungspolitik und deckte schonungslos seine Versäumnisse der vergangenen Jahre auf. Zum Thema Neumarkt sagte Griesert, er hoffe, dass es hier vorangehe, verwies jedoch auf die vielfach privaten Grundstücke, auf die die Stadt keinen Einfluss habe.

Birgit Bornemann konterte, man hätte sich wichtige Grundstücke bereits zuvor sichern können. „Ich habe mich schon ein wenig gewundert, dass erst nach dem Ausscheiden von Herrn Griesert die Stadt eine Satzung für ein Vorkaufsrecht verabschiedet hat und vorher immer gesagt wurde, es sei rechtlich nicht möglich.“ Hier hätte die Stadt unter Herrn Griesert handeln müssen.

Im Gegensatz zu Griesert fordete die SPD-Kandidatin aktives Handeln am Neumarkt: „Es muss am Neumarkt vorangehen, denn ich finde, dass der Neumarkt ein richtiger Schandfleck für Osnabrück ist. Ich habe immer deutlich gemacht, dass es mehr als eine städtebauliche Lösung gibt, aber ohne einem Investor geht nichts. Und im Moment sieht es so aus, dass es nur einen Investor für dieses Einkaufszentrum gibt. Daher denke ich, dass das auch realisiert werden sollte.“

Völlige Unkenntnis in der Sache offenbarte Wolfgang Griesert beim Thema Güterbahnhof. Statt die zwei Millionen Euro, wie von der rot-grünen Zahlgemeinschaft strategisch richtig beschlossen, in den Kauf des wichtigen Geländes rund um den Ringlokschuppen zu stecken, forderte er, mit dem Geld das Gebäude der Zion GmbH zu kaufen und dem Kulturverein Petersburg zur Verfügung zu stellen. Hier hakte Birgit Bornemann zu Recht nach und stellte klar: „Der Teil des Grundstücks, auf dem die Petersburg ist, gehört gar nicht der Stadt. Dort hat die Stadt nicht agiert.“ Für ein Vorkaufsrecht sei es zu spät. Nun könne man leider nur über einen Bebauungsplan Einfluss auf die Nutzung nehmen, jedoch nicht darauf, wer das Gelände nutzt.

„Daher finde ich es strategisch klug, dass die Stadt das Vorkaufsrecht beim Ringlokschuppen ausgeübt hat. Dass wir dadurch überhaupt die Option haben, etwas gestalten zu können, das finde ich wichtig für eine Stadt.“ Gerade wenn die Stadt Eigentümer sei, könne sie richtig entwickeln und sich überlegen, was dort sinnvollerweise entstehen kann. Sonst sei man auf das Wohl und Wehe von Herrn Heede angewiesen. „Ich finde es gut, dass die Stadt den Mut bewiesen hat, diese zwei Millionen dort zu investieren. Das wird sich in der Folge auszahlen für Osnabrück.“
Abschließend lobte Wolfgang Griesert die wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre in Osnabrück. „Wir müssen die Rahmenbedingungen so stärken, dass die Wirtschaft investieren kann. Und das war in den letzten Jahren enorm erfolgreich.“ Birgit Bornemann stimmte dem zu: „Diese erfolgreiche Politik der SPD-Oberbürgermeister Pistorius und Fip werde ich als Oberbürgermeisterin fortführen.“