„Bares Geld zum Lebensunterhalt“

Müllbehälter: Zählgemeinschaft will Flaschensammlern helfen Für viele sind es nebensächliche Cent-Beträge, für manche bares Geld zum Lebensunterhalt: Das Sammeln von Pfandflaschen ist für nicht wenige Menschen zum Erwerb geworden, um sich in sozialer Notlage ein kleines Nebeneinkommen zu sichern. Notgedrungen durchsuchen Flaschensammler deshalb auch extrem verunreinigte Müllbehälter.

Die Verwaltung soll deshalb beauftragt werden, Überlegungen mitsamt einer Kostenermittlung vorzulegen, um auch in Osnabrück vermehrt gesonderte Sammelbehältnisse oder auch wirksame Abholsysteme für Pfandflaschen zu schaffen. Denkbar seien beispielsweise Metallbehälter, die als „Pfandringe“ auf Mülleimer montiert werden, um dort Pfandflaschen abzulagern. Der Effekt wäre nach rotgrüner Auffassung ein vielfacher: zum einen könnte Betroffenen ein unwürdiges Suchen in verschmutzten und hygienisch zweifelhaften Müllbehältnissen erspart werden. Zum anderen ergäbe sich für Spender eine optisch sichtbare Möglichkeit, gezielt die eigenen Pfandflaschen zu entsorgen. Letztendlich wachse das Problembewusstsein, Dinge mit Wert zukünftig nicht mehr im Restmüll zu entsorgen.

Als erste Standorte kämen unter anderem die Große Straße, der Hauptbahnhof, Schulen bzw. Hochschulen sowie Märkte mit hohem Publikumsverkehr in Frage. Wichtige Anlaufstellen böten sich auch im Areal von Maiwoche, Weihnachtsmarkt oder Ossensamstag. Sollte eine Refinanzierung aus dem Gebührenhaushalt nicht möglich sein, sollen in die Prüfung auch Möglichkeiten einbezogen werden, Zuwendungen Dritter (Stiftungen, Einzelhandel, Hochschulen, Studentenwerk, Fördervereine an Schulstandorten etc.) einzuwerben. Bezüglich einer möglichen Produktion geeigneter Behältnisse denken Henning und Hagedorn auch an eine Kooperation mit Lehr- oder Lernwerkstätten (Zentrum für Jugendberufshilfe Dammstraße, Handwerkskammer, Berufsschulzentren, Möwe, Heilpädagogische Hilfe u.a.).

„Die Probleme sozial bedürftiger Menschen lassen sich so natürlich nicht beseitigen, aber ein wenig lindern. Es geht schlichtweg um Respekt, Rücksicht und Solidarität, nicht zuletzt um Umweltschutz“, erläuterte Henning.

Menschen zu sensibilisieren, weniger wegzuwerfen und das Pfand zu spenden, lässt sich nach Hagedorns Auffassung sehr gut kombinieren. Die Stadt fange dabei aber nicht „bei Null“ an: „Schon heute gibt es einige vorbildliche Supermärkte, die Werte-Bons von Kunden erbitten, um sie danach zu spenden“, erläuterte der Ratsherr.