Spitzenkandidat Stephan Weil jetzt auch Landesvorsitzender

Geschlossen und mit einem klaren Ergebnis wählten die Delegierten des außerordentlichen Landesparteitages in Oldenburg den Hannoveraner Oberbürgermeister Stephan Weil zum neuen Landesvorsitzenden. Mit dem kraftvollen Ergebnis von über 95 % der Stimmen stärkten Sie dem Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2013 eindrucksvoll den Rücken.

Die Delegierten wählten daneben den bisherigen Landesvorsitzenden Olaf Lies mit einem ebenfalls deutlichen Ergebnis zum stellvertretenden Vorsitzenden. Er hatte zuvor in seiner engagierten Abschiedsrede als Landesvorsitzender, seine persönliche Unterstützung sowie die einer geschlossenen niedersächsischen SPD für Stephan Weil unterstrichen. In einer weiteren Personalie wurde der Bundestagsabgeordnete und netzpolitische Sprecher Lars Klingbeil aus Soltau zu einem Beisitzer in den Landesvorstand gewählt.
Viel SPD Prominenz aus Niedersachsen, u.a. die ehemaligen Landesvorsitzenden Karl Ravens, Joke Bruns und Edelgard Buhlman sowie der parlamentarische Geschäftsführer der SPD Bundestagsfraktion Thomas Oppermann ließen es sich, neben vielen anderen ehemaligen SPD Landesministern, nicht nehmen vor den Wahlen der kämpferischen Rede des zukünftigen niedersächsischen Ministerpräsidenten beizuwohnen. So stimmte Stefan Weil nicht nur die Osnabrücker Delegierten und Gäste Ulla Groskurt, Jens Martin, Martin Petereit, Andreas Kunze und Heinrich Boßmann auf den Regierungswechsel in Niedersachsen ein.
Der schwarz-gelben Landesregierung warf Weil vor, keine übergreifende Idee, kein Projekt, keinen Plan zu haben. Die wirken nicht nur so, die sind müde, verbraucht und ausgelaucht. Dagegen werde sich die SPD in einer neuen Landesregierung bürgernah, sachlich und pragmatisch den Menschen und Problemen des Landes stellen und insbesondere den Bereichen Arbeit, Bildung und Soziales ihre Kompetenz unter Beweis stellen.
Weil erinnerte daran, dass es Sozialdemokraten gewesen waren, die Niedersachsen geprägt haben. Und daran werde er anknüpfen. Zugleich kündigte er eine knochentrockene und realistische Haushaltspolitik an, wo stärkere Schultern mehr als andere Lasten tragen müssen. Das habe auch nichts mit Neid zu tun, aber viel mit Gerechtigkeit.
Die SPD hat somit ein Jahr vor den Landtagswahlen die Weichen für den Regierungswechsel gestellt und mit einem Blick auf die Diskussion um die Affäre des Bundespräsidenten Wulff, einen neuen Stil und eine neue politische Kultur in Niedersachsen angekündigt.