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Meldungen aus Osnabrück
„Wir müssen die Lobbyisten der Kinder sein!“AfB fordert: Kinderarmut an der Wurzel packen!
Anlässlich der Veröffentlichung der „World-Vision“-Kinderstudie 2007 wies die AfB Osnabrück nachdrücklich auf den erheblichen Handlungsbedarf im deutschen Bildungswesen hin. „Es ist erfreulich, wenn der Bund mehr Krippenplätze finanzieren möchte. Die Studie des christlichen Hilfswerks „World Vision„ zeigt aber deutlich, dass es nicht reicht, mehr Geld in das bestehende System zu pumpen.“, stellte der AfB-Vorsitzende Peter Befeldt fest. Die World-Vision-Kinderstudie hatte unter anderem ergeben, dass nur 20 Prozent der Kinder aus sog. „Unterschichten“ überhaupt ein Abitur anstrebten. „Eine Ursache hierfür ist das Festsitzen in sozialen Milieus. Die Mängel in der frühkindlichen Bildung in Deutschland und das dreigliedrige Schulsystem unterstützen die Abschottung der sozialen Milieus voneinander, anstatt durch milieu-übergreifendes Lernen Chancengleichheit herzustellen.“ Auch Bundespräsident Köhler hatte sich kürzlich kritisch über diesen Aspekt des deutschen Bildungssystems geäußert und Konsequenzen gefordert. AfB-Vorstandsmitglied Jens Martin fasste den aktuellen Stand der bildungspolitischen Diskussion zusammen: „Es gibt kaum noch jemanden, der sich mit wissenschaftlichen Argumenten gegen eine grundlegende Reform des deutschen Bildungswesens ausspricht.“ Dabei spiele die Dreigliedrigkeit des Schulsystems eine besonders negative Rolle. „Hier werden Kinder nach einem groben Raster vorsortiert, um dann quasi im fächerübergreifenden Gleichschritt durch die Schulzeit geboxt oder fallen gelassen zu werden. Kinder aus bildungsfernen Milieus haben in der eigenen Klasse zu wenige Vorbilder, die ihnen Mut machen. Umgekehrt lernen die Kinder aus privilegierteren Milieus nicht die Sorgen und Probleme der anderen Kinder kennen. Soziale Kompetenz kann so nicht erlernt werden.“ Die Konsequenz aus den von PISA, OECD, der Bertelsmann-Stiftung, World-Vision und vielen anderen Organisationen vorgestellten Studien müsse nun ein gründliches Umdenken in der Bildungspolitik sein, um die Kinderarmut bei der Wurzel zu packen: „Wir fordern Gemeinsame Schule! Fort mit den Einheitsschulen des gegliederten Schulsystems!“, forderte Martin schließlich süffisant.
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